Stillen: für einen guten Start in das neue Leben

Muttermilch: Die beste Vorsorge für dein Kind

Spoiler

  • Muttermilch bereitet das Baby ideal auf den weiteren Lebensweg vor und senkt viele Krankheitsrisiken
  • Stillzeit gilt als Arbeitszeit. Allerdings müssen mit dem Arbeitgeber die Voraussetzungen für die praktische Umsetzung besprochen werden.
  • Väter sind gefragt: sowohl bei der Fütterung mit abgepumpter oder Pulvermilch als auch bei der Organisation von Beruf und Familie, wenn Mütter wieder arbeiten.

Ein Baby ist die Krönung einer jeden Partnerschaft, die Besiegelung der gegenseitigen Liebe. Aber junges Elternglück ist nicht nur mit Glücksgefühlen, sondern auch mit einer Reorganisation des Alltags verbunden. Das Thema Stillen wird in der heutigen Gesellschaft häufig diskutiert und stellt für Mütter häufig eine Herausforderung dar.

Muttermilch bietet besten Start ins Leben

Stillen ist für ein Neugeborenes essenziell. Zahlreiche Studien zeigen die Vorteile der Brustnahrung auf und belegen, dass Stillen das Kind bis ins Erwachsenenalter beeinflusst. So erkranken Kinder, die zwischen vier und sechs Monate lang gestillt wurden, seltener an Diabetes. Die Muttermilch, die neben wichtigen Abwehrstoffen auch viele Vitamine enthält, schützt das Kind auch vor späterer Fettleibigkeit.

Zudem birgt Muttermilch fünfmal mehr wertvolle Inhaltsstoffe als Pulvermilch. «Muttermilch hat viele Vorteile», weiss Lisa Aschwanden, Stillberaterin des Berufsverbandes Schweizerischer Stillberaterinnen IBCLC. «Erstens hat man sie immer dabei und sie ist immer richtig temperiert. Und zweitens fördert Stillen die Bindung zwischen Mutter und Kind.»

Väter sind schliesslich auch gefragt

Hinzu kommen die positiven Aspekte für die Mutter, denn Stillen senkt nicht nur ihre Blutungsneigung nach der Entbindung, sondern verbraucht auch viele Kalorien und schützt vor frauenspezifischen Krebsarten. Als stillende Mutter merkt man, wie die Bindung zum Kind dabei gestärkt wird.

Das Risiko ist jedoch, dass sich der Vater ausgeschlossen fühlt, da er für die Nahrungsaufnahme des Kindes zunächst einmal nicht gebraucht wird. Wenn die Mutter nach der Stillzeit die Milch mithilfe einer Milchpumpe abpumpt, kann der Vater seinen wertvollen Beitrag leisten, indem er ab und zu das Kind füttert. «Wenn man das Kind mit abgepumpter Milch ernährt, kann der Vater seine Frau ideal entlasten», sagt Susanne Stucki von der Zuger Fachstelle punkto Jugend und Kind. «Er kann einen Teil des Fütterungsprozesses mitgestalten und so schon früh eine Bindung zu seinem Kind aufbauen.»

Stillen am Arbeitsplatz? Ja!

Die Muttermilch abzupumpen, hat noch einen zweiten Vorteil: Heute sind die meisten Frauen bereits vor ihrer Schwangerschaft arbeitstätig und möchten nach der Geburt ihres Kindes schnell wieder zurück in den Berufsalltag. Durch das Abpumpen der Milch muss das Kind auch mit einer arbeitstätigen Mutter nicht auf die nährstoffreiche Nahrung verzichten.

Laut Gesetz gilt während des ersten Lebensjahres des Kindes Stillzeit als Arbeitszeit, und auch das Milchabpumpen gilt als Stillzeit. Der Arbeitgeber muss diese Zeit als Arbeitszeit anerkennen, wenn die Mutter dies am Arbeitsplatz tut. Wenn sie dafür nach Hause geht, darf die Hälfte der investierten Zeit als Arbeitszeit angerechnet werden. Nach wie vor ist diese Rechtslage vielen Vorgesetzten nicht bekannt.

Auch wenn die Mutter ihr Neugeborenes nicht mit an den Arbeitsplatz nehmen kann, um es dort zu stillen, ist es wichtig, das Baby ausreichend mit Muttermilch zu versorgen. Hierbei helfen beispielsweise die sogenannten 2-Phasen-Pumpen, die den Saugrhythmus des Kindes imitieren. Auf kurze, stimulierende Bewegungen folgen langsame. So wird der optimale Milchfluss gewährleistet.

Als stillende Mutter in den Arbeitsalltag zurückzukehren, setzt eine gute Organisation voraus. Da der Milchfluss morgens meist am stärksten ist, muss die Mutter beizeiten aufstehen, um die erste Ration abzupumpen. Die Kollegen und Vorgesetzten sollten über das Abpumpen informiert werden, damit es nicht zu unangenehmen Situationen kommt.

Stillen in der Öffentlichkeit

Die meisten Mütter möchten aber bereits vor dem Abpumpen wieder ein Stück Alltag erleben und sehen sich dann mit dem Thema «Stillen in der Öffentlichkeit» konfrontiert – einer Thematik, die in der Schweiz Kontroversen auslöst. Wie sie ihr Kind in der Öffentlichkeit stillen möchte, ist jeder Mutter selbst überlassen. Das Wichtigste ist, dass sie sich dabei wohlfühlt.

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Joëlle Weil

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