Kinder und Jugendliche vapen immer häufiger

Besorgniserregende Entwicklung in der Schweiz: eine neue Plattform informiert

Jugendliche vapen: Junge raucht E-Zigarette

Auf diese Zielgruppe zugeschnittene E-Zigaretten

Sie sind bunt wie Leuchtstifte oder Lipgloss, sie riechen und schmecken fruchtig-süss, sie werden durch Social Media als cool wahrgenommen – und doch bergen sie hohe Gesundheitsrisiken, die beim Marketing verschleiert werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Zigaretten enthalten die E-Zigaretten synthetisches Nikotin in höherer Dosierung, wodurch sie schnell süchtig machen. Kinder und Jugendliche, die vapen, können damit die Entwicklung des Gehirns negativ beeinflussen. Neben dem Nikotin enthalten die Vapes mehrere giftige und krebserregende Inhaltsstoffe wie Glyzerin, Aromastoffe und weitere Chemikalien. Obwohl nun alles in Erwachsenen schreit «Das kann nicht richtig sein!», scheint das Marketing der preisgünstigen E-Zigaretten genau auf Kinder und Jugendliche als Zielgruppe zugeschnitten zu sein. Wie gut das funktioniert, belegen die Angaben der Händler, die eine Steigerung der Verkäufe um 2’200 Prozent im Jahr 2022 vermerkten.

Wie viele Kinder und Jugendliche vapen

Eine HBSC-Studie (Health Behaviour in School-aged Children) zeigte, dass Kinder bereits vor der Pubertät Vapes kaufen und ausprobieren. Vier Prozent der 11-Jährigen haben bereits gevaped, 19,6 Prozent der 13-Jährigen und 41,9 Prozent der 15-Jährigen. Ein Viertel aller Jugendlichen im Alter von 15 Jahren gab an, im vergangenen Monat mindestens einmal geraucht zu haben. Vapen erfreut sich bei den Mädchen noch grösserer Beliebtheit als bei den Jungs. Natürlich sind Experimentierfreude und eine gewisse Risikobereitschaft in der Entwicklung vollkommen normal, jedoch sind die Gesundheitsrisiken und das Suchtpotenzial bei Einweg-E-Zigaretten enorm hoch und nicht selten der Einstieg in den regelmässigen Tabakkonsum. Da es in den meisten Kantonen noch keine gesetzliche Regelung gibt, können die dem Lebensmittelgesetz unterliegenden Vapes schon von jüngeren Kindern einfach am Kiosk gekauft werden.

Schädlich für Mensch und Umwelt

Nicht nur die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen ist von Vapen betroffen, auch die Umwelt leidet. Die Produkte bestehen aus einem Kunststoffröhrchen mit einer Batterie und einem Zerstäuber, der die Flüssigkeit verdampft. Eigentlich müssten sie also aufwändig recycelt werden. Häufig landen sie jedoch nicht im Elektroschrott, sondern werden achtlos weggeworfen, sodass die hochgradig umweltschädlichen Substanzen der Batterie (Lithium, Kobalt, Nickel) nach dem Konsum noch Schaden anrichten können.

Wichtige Informationen für Ansprechpartner von Kindern und Jugendlichen, die vapen

Da sich aufgrund der Entwicklungen Eltern und Lehrkräfte mit der Problematik auseinandersetzen müssen, braucht es verlässliche Informationen und Tipps. Die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz und die Lungenliga Tessin haben deshalb eine Informationsplattform für genau diesen Zweck geschaffen. Auf vapefree.info werden Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen, die vapen oder über ihren Freundeskreis damit in Kontakt kommen, aufgeklärt und ermutigt, E-Zigaretten zu thematisieren und Prävention zu leisten. So stehen beispielsweise Anleitungen bereit, mit denen Eltern ihre Kinder über das Problem der E-Zigaretten aufklären können. Oder Aktivitätsvorschläge, die unternommen werden können, um Kindern und Jugendlichen eine attraktive Alternative zum Vapen zu bieten. Daneben gibt es für Lehrkräfte Inspiration für entsprechende Unterrichtslektionen.

Besuch die Plattform und sensibilisiere die Kids und Jugendlichen in deiner Obhut:

vapefree.info

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