Wir und Corona: gut informiert, aber irritiert

Wie gut steht es um die Corona-bezogene Gesundheitskompetenz der Schweizer? Genau das hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) untersucht. In einer repräsentativen Online-Befragung wurden 1’500 Schweizer nach ihrem Verhalten und Empfinden in der Corona-Krise befragt. Das Ergebnis ist ernüchternd: Laut BAG ist die Gesundheitskompetenz in Sachen Corona bei nur etwa jedem Zweiten (53 %) ausreichend.

Ein grosses Problem liegt in der Information: Zwar fühlen sich insgesamt 90 Prozent der Schweizer gut informiert, aber die Informationsflut verunsichert oft. So sind insgesamt 52 Prozent von den Infos zu Corona irritiert, in der italienischsprachigen Schweiz sind es sogar 70 Prozent. Für mehr als die Hälfte der Schweizer (55 %) ist es ausserdem schwierig einzuschätzen, wie vertrauenswürdig die Informationen zu Corona sind. Besonders kritisch werden Infos gesehen, die durch Soziale Medien (66 %), Familienmitglieder oder Freunde (35 %) oder Zeitungen (31 %) kommuniziert werden. Grosses Vertrauen geniessen hingegen Mediziner (96 %), das Radio (83 %) und das Fernsehen (83 %). Letzteres ist für 76 Prozent der Schweizer die wichtigste Informationsquelle zur Corona-Krise.

Ein weiteres Problem liegt in der Qualität der Informationen. Zwar haben 98 Prozent der Schweizer ihr Verhalten in der Krise verändert, indem sie sich beispielsweise häufiger die Hände waschen (85 %) oder desinfizieren (83 %), auf einen Mindestabstand achten (80 %) oder soziale Kontakte meiden (74 %). Trotzdem geben 45 Prozent der Befragten an, dass sie sich zu wenig darüber informiert fühlen, woran sie eine Infektion erkennen können. 28 Prozent finden es schwierig herauszufinden, wie gefährdet sie persönlich sind.

Das BAG mahnt mit Blick auf die Ergebnisse zu einer zielgerichteten Kommunikation, die besonders jene Gruppen anspricht, bei denen die Gesundheitskompetenz unterdurchschnittlich ausgeprägt ist. Hierzu zählen Menschen mit niedrigem Bildungsniveau und Personen mit mehreren chronischen Erkrankungen. Diese Risikogruppe ist nur zu 41 Prozent ausreichend über Corona informiert.

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