Studien zu Covid-19 berücksichtigen kaum Geschlechter

Wissenschaftliche Studien, die sich mit Covid-19 beschäftigen, nehmen zu selten Rücksicht auf geschlechtsspezifische Unterschiede. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Untersuchung der Universitäten Aarhus, Bielefeld, Kopenhagen und Nimwegen. Berücksichtigt wurden 4’420 Studien zu Covid-19. Bei gerade einmal zwölf Prozent der wissenschaftlichen Arbeiten (539) wurde das Geschlecht der Probanden als Variable berücksichtigt.

Dabei sind die Unterschiede zwischen Mann und Frau gravierend: Männer erkranken häufiger schwer an Covid-19 und müssen öfter hospitalisiert werden. Ihr Sterberisiko ist ebenfalls höher als jenes der Frauen.

Da Frauen eher in sozialen Berufen und solchen mit mehr Kundenkontakten arbeiten, ist ihr Ansteckungsrisiko deutlich grösser als jenes der Männer.

Werden diese Unterschiede nicht berücksichtigt, kann keine angemessene Beurteilung der Krankheit hinsichtlich Gefährdung, Vorsorge und Behandlungsstrategien getroffen werden. «Gender und Geschlecht müssen in klini­schen Studien und in der Gesundheitspolitik berücksichtigt werden», fordert die Co-Autorin der Studie Prof. Dr. med. Sabine Oertelt-Prigione von der Medizinischen Fakultät Ostwestfalen-Lippe an der Universität Bielefeld.

Hier geht es zur Studie.

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