Sind Avocados doch nicht so böse?

Eine halbierte Avocado auf weissem Tisch.

Die Avocado ist trotz ihrer guten Inhaltsstoffe in Verruf geraten, einige Schweizer Gastronomen haben sie sogar komplett von der Karte gestrichen. Der Grund dafür: Mit ihrem hohen Wasserbedarf, weiten Transportweg und zweifelhaften Anbaubedingungen soll die Ökobilanz der grünen Beere (hättest du’s gewusst?) katastrophal sein. Der Vergleich mit anderen Produkten lässt die Avocado jedoch gar nicht so schlecht dastehen:

Zwar kommt sie mit etwa einem Kilogramm CO2-Ausstoss und einem Liter Wasserverbrauch pro Kilogramm Frucht auf fast doppelt so viel wie Tomate, Karotte oder Apfel. Doch liefert sie pro Stück auch so viele Nähr- und Vitalstoffe wie vier Äpfel und drei Bananen gemeinsam. Im richtigen Verhältnis zu dem was sie liefert, belastet sie die Umwelt also sogar weniger. Auch im Vergleich zu Fleisch schneidet sie besser ab: Um ein Kilogramm Rindfleisch zu erzeugen, wird 13 Mal mehr Wasser benötigt als für dasselbe Gewicht an Avocados. Ein einzelnes Steak aus der Region stösst laut der Organisation Swissveg so viel CO2 aus, wie zwölf Avocados in Mexiko.

Ihre Nährwerte sprechen ohnehin für sie: Mit 150 Kilokalorien und 15 Gramm Fett pro 100 Gramm geht sie zwar mit viel Gewicht in den Ring. Die fast ausschliesslich ungesättigten Fettsäuren wirken jedoch positiv auf Insulin, Cholesterin-, Blutzuckerspiegel und Gefässe. Schon die Hälfte einer kleinen Avocado deckt etwa 30 Prozent des täglichen Kalium- und Folsäurebedarfs und enthält jede Menge Mineralstoffe und Vitamin C, A und B. Eine Studie des Zentrums für Ernährungswissenschaften in Illinois ergab jetzt sogar, dass Avocados zum Frühstück hilft, Übergewicht zu reduzieren. Sie enthalten so viele Ballaststoffe wie Haferflocken und machen so länger satt und halten den Blutzucker konstant.

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