Prostatakrebs

Europa Uomo: Männer helfen Männern

Wo Patienten mit Prostatakrebs anderen Betroffenen mit Infos und Beistand helfen

Spoiler

  • Alle Mitarbeiter der Organisation Europa Uomo sind selbst von Prostatakrebs betroffen.
  • Die Organisation tauscht Erfahrungen aus, rät zur Zweitmeinung oder mahnen vor einigen Entscheidungen.
  • Mit dem Alter steigt das Risiko für Prostatakrebs.

«Männer verhalten sich hierbei meist anders als Frauen. Männer holen sich die Infos – und wenn sie die haben, sind sie auch schon wieder weg», sagt Max Lippuner. Dabei können Männer mit Prostatakrebs sehr von Selbsthilfeangeboten profitieren. Sei es durch Informationen zum Erleben der Therapien, Anteilnahme oder andere psychische Unterstützung. Zum Glück fällt es Männern immer leichter, entsprechende Angebote anzunehmen. Über eine Hotline (Patienten-Hotline: 079/ 549 80 41) ist Europa Uomo Schweiz täglich rund um die Uhr telefonisch zu erreichen, alle Mitarbeiter sind von Prostatakrebs selbst betroffene Männer.

Die häufigsten Fragen an Europa Uomo

Die meisten Betroffenen rufen nach der Erstdiagnose an, vor allem, um direkt von einem anderen Mann mit Prostatakrebs von dessen Erfahrungen zu hören. Von Mann zu Mann spricht es sich oft leichter über die intimen Aspekte der Erkrankung. So beziehen sich auch die größten Ängste und Fragen auf die radikale Prostatektomie: Was sind meine Risiken, wie verläuft die Therapie, wie geht es mir nach der OP? «Wir können nur vermitteln, was wir aus eigener Erfahrung wissen und was wir gelernt haben», so Lippuner. Sein Team zeigt verschiedene Optionen auf, rät manchmal zu einer ärztlichen Zweitmeinung oder mahnt zur Vorsicht bei verschiedenen Entscheidungen. Doch letztlich kommt die Entscheidung immer vom Patienten selbst und dessen Arzt.

Kontakt zu Selbsthilfegruppen

Sucht ein Anrufer eine Selbsthilfegruppe in seiner Region, kann er diese auf der Website der Dachorganisation finden, die Selbsthilfe Schweiz oder über die Selbsthilfezentren vor Ort. Zwar gibt es mittlerweile in vielen grösseren Städten Selbsthilfegruppen für Prostatapatienten, doch in der Öffentlichkeit sind die Anlaufstellen eher wenig bekannt. Auch Psychoonkologen, Psychotherapeuten mit einer Zusatzausbildung in Onkologie, können eine wertvolle Hilfe sein. Meist verfügt der behandelnde Arzt über entsprechende Kontaktdaten.

Bewusstsein schaffen

Die Selbsthilfe der Prostatapatienten hinkt vergleichbaren Organisationen von Frauen mit Brustkrebs um Jahrzehnte hinterher. Lippuner wünscht sich daher zunächst ein wachsendes Bewusstsein für das Thema: «Zumindest sollte jeder Mann wissen, dass er eine Prostata hat. Und je älter ich werde, desto grösser ist das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Männer sollten mit dem Thema vertraut sein. Sonst kann sich ihre Lebensqualität drastisch verschlechtern oder sie können sogar daran sterben.» Oder positiv formuliert: Wer Vorsorge betreibt, kann seine Lebensqualität am besten schützen.

Über Europa Uomo Schweiz

Die Schweizer Sektion der gleichnamigen europäischen Koalition gegen Prostatakrebs gibt es seit dem Jahr 2009. Die nationale Dachorganisation umfasst die verschiedenen regionalen Vereinigungen und Gruppen von Prostatakrebspatienten. Ihre Hauptziele sind die Information, die Unterstützung und der Interessenschutz der Patienten. Die Mitarbeiter werden kontinuierlich durch Seminare über den aktuellen Stand der Entwicklung des Themas informiert. Europa Uomo Schweiz ist an der Entwicklung von Behandlungs- und Pflegerichtlinien beteiligt und arbeitet eng mit ärztlichen Kompetenzzentren zusammen.

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