Jeder zweite Onkologe im Burnout wegen Corona

Durch die Corona-Pandemie fühlen sich zahlreiche Onkologen stark belastet. Das geht aus einer Umfrage der Resilience Task Force der European Society for Medical Oncology (ESMO) unter 1520 Fachärzten in 101 Ländern hervor. Die Befragung wurde in zwei Zeiträumen (April/Mai und Juli/August) durchgeführt. In dieser Zeit stieg die Zahl der Ärzte, die sich gestresst fühlten, von 25 auf 33 Prozent. Im Burnout sahen sich im Frühling 38 Prozent, im Sommer waren es mit 49 Prozent die Hälfte aller Studienteilnehmer.

Anders verhält es sich mit der Arbeitsleistung: Zwar erklärten 67 Prozent der Mediziner, dass sich ihre Anforderungen in der Corona-Pandemie erhöht hätten. Doch 34 Prozent (im Frühjahr) und 51 Prozent (im Sommer) bewerteten die Arbeitsleistung als positiv. Die Studienleiter erklären sich diese Entwicklung damit, dass die Mediziner sich relativ schnell an die Herausforderungen der Corona-Pandemie angepasst hätten.

Die Arbeitsbelastungen für Onkologen nehmen seit Jahren zu, weil die Zahl der Krebserkrankungen steigt und die Komplexität von Diagnose und Therapie zunimmt. In Während der Corona-Pandemie gestaltet sich der Umgang mit Patienten zum Teil schwierig, weil Krebspatienten mit einem geschwächten Immunsystem als Hochrisikogruppe für eine Corona-Infektion gelten.

ESMO-Mitglied Prof. Evandro De Azambuja mahnt die Fachgesellschaften und Arbeitgeber, die Arbeitsbedingungen für Onkologen zu verbessern. Er rät unter anderem zu flexibleren Arbeitszeiten und zu besserer Kommunikation von Resilienzstrategien. Auch das psychologische Angebot für die Fachärzte sollte ausgebaut werden.

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