«Da bin ich ganz schnell in meiner eigenen Welt»

Olympiasiegerin Michelle Gisin über Hobby & Freizeit

Michelle Gisin
Frau Gisin, als Leistungssportlerin bleibt Ihnen sicher nicht viel Zeit für Hobbys …

Das stimmt. Vieles, was ich gern mache, ist in den letzten Jahren zu kurz gekommen – willentlich. Anders geht es nicht. Trotzdem findet sich hier und da immer wieder etwas Freizeit.

Wie verbringen Sie Ihre freie Zeit am liebsten?

In ruhigen Momenten lese ich sehr gern, von klein auf schon. Am liebsten greife ich zu Fantasybüchern und historischen Romanen, die verschlinge ich dann regelrecht. Ich tauche so sehr in die Handlung ein, dass ich sogar davon träume. Deshalb bin ich auch kein Fan von allzu derben Krimis.

Welche Autoren stehen bei Ihnen ganz oben auf der Bestseller-Liste?

Ich mag Stephenie Meyer sehr, wobei ich ihren Roman «Seelen» noch viel besser als die «Twilight»-Reihe finde. Und als Fan von George R. R. Martin bin ich natürlich gespannt, wie er die «Game of Thrones»-Serie weiterführen wird.

Treiben Sie auch abseits der Ski Sport?

Ja, unbedingt. Ich surfe gern, vor allem am Gardasee, und mache fast jeden Morgen eine halbe Stunde lang Yoga – besonders im Winter –, damit sich der Körper so anfühlt, wie er sich anfühlen soll. Und ich golfe.

Golfen gilt nicht gerade als Must-do für junge Frauen. Was begeistert Sie daran?

Im Sommer ist es eine schöne Möglichkeit zum Runterkommen. Man verbringt gemeinsam mit Freunden ein paar Stunden an der Natur – herrlich! Golf fasziniert mich aber auch von der mentalen Seite her. Jeder Schlag zählt, egal ob es um zehn Zentimeter oder zwanzig Meter geht. Es ist eine emotionale Achterbahn über 18 Löcher.

Emotional aufreibend können auch Training und Wettkampf sein. Wie entspannen Sie dazwischen?

Da hilft mir Musik, schon morgens, wenn es mit der Bahn hoch auf die Piste geht. Und auch beim Warmup und zwischen den Slalomläufen habe ich die Ohrenstöpsel dabei. Mit Musik bin ich ganz schnell in meiner eigenen Welt.

Was hören Sie?

Das ist sehr unterschiedlich. Sixties, Seventies, aktuelles – Mit Rock bin ich eigentlich immer glücklich.

Welches Konzert würden Sie gern mal besuchen?

Zu allererst eins von «Muse»! Ich habe die Band schon einmal live erlebt und es war einfach unglaublich. Pink würde ich mir auch gern mal anhören, mit ihrer Musik bin ich aufgewachsen. Da gibt es viele persönliche Erinnerungen.

Immer wieder würde ich mir «Wintershome» anhören, eine Newcomer-Band von Freunden aus dem Wallis. Ich war damals mit dabei, als sie noch im Keller geprobt haben. Sie starteten als Garagenband und haben sich schrittweise nach oben gespielt. Im vergangenen Jahr kam dann ihre erste Platte heraus. Das ist schon mega cool, die Freunde, die man so lange kennt, jetzt auf der grossen Bühne zu erleben.

Frau Gisin, vielen Dank für das Gespräch.
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Dr. phil. Bernhard Spring

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